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So bleibt unser Gehirn fit!
Das bekannte Massachusetts Institute of Technology (MIT) hat kürzlich das Ergebnis einer Studie mit dem Titel „Your Brain on ChatGPT“ bekanntgegeben. Kurz zusammengefasst: Wer das besagte KI-Tool zum Schreiben benutzt, dessen neuronale Aktivität sinkt messbar. Verlässt man sich zu sehr auf die Künstliche Intelligenz, verliert man nach und nach die Fähigkeit, kritisch zu denken und die vorgegebenen Antworten zu hinterfragen. Wehe dem, der es derzeit gar erst lernen soll…
Aber weil wir es lieben, Dinge kritisch zu hinterfragen und um die Ecke zu denken, haben wir uns überlegt, welche kleinen Übungsaufgaben wir in den Alltag integrieren können, um unsere Hirnzellen mal wieder so richtig auf Trab zu bringen.
- Unter dem Motto „Verkehrte Welt“ fordern wir unser Gehirn beispielsweise heraus, gewohnte Abläufe umzudrehen. Wenn man also einen bekannten Weg rückwärtsgeht, stärkt das das Arbeitsgedächtnis, weil man eine neue Reihenfolge planen muss. Hierfür wird in erster Linie der präfrontale Cortex (PFC), also der vorderste Teil des Frontallappens im Gehirn, genutzt, der für die Steuerung und Planung komplexer Verhaltensweisen und eben das Arbeitsgedächtnis zuständig ist.
- Das Verwenden der nicht-dominanten Hand ist ein größerer motorischer Aufwand. Dabei wird eine stärkere Verbindung zwischen den Gehirnhälften aufgebaut und die Aufmerksamkeit auf die Feinmotorik gerichtet. Wenn man einfache Gewohnheiten wie die Reihenfolge beim Zähneputzen oder das Anziehen von Kleidungsstücken durch neue Abläufe ersetze, muss der Kopf neue Entscheidungen treffen. Dadurch wird der Kontrollbereich des Gehirns stärker gefordert, und auch der Belohnungsbereich kommt ins Spiel: Beim erfolgreichen Ausführen der neuen Abfolge werden Belohnungsprozesse aktiviert, was die Motivation steigert.
- Beim Zähneputzen, Schreiben oder Telefonieren mit geschlossenen Augen muss der Gleichgewichtssinn mehr Arbeit leisten, um Bewegungen zu koordinieren. Gedächtnis und Aufmerksamkeit werden gefordert. Das Gehirn speichert die Abweichungen und nutzt sie beim nächsten Mal, um die Bewegung genauer vorherzusagen und besser auszuführen.
- Wenn man zu Musik zeichnet, kommt es zu einer auditiven und motorischen Kopplung. Der Bewegungsfluss von Hand und Arm synchronisiert sich mit dem Rhythmus der Musik, das stärkt die Koordination. Außerdem wird assoziatives Denken gefördert und neue visuelle Konzepte werden angeregt.
- Beim Riechen an Gewürzen ohne sie zu sehen reagiert das Gehirn direkt auf den Geruch, denn er weckt Gefühle und Erinnerungen. Der Geruch geht zuerst zum olfaktorischen Bulbus - eine Region am unteren Rand des Frontallappens, die eine zentrale Rolle beim Geruchssinn spielt -, wo Muster erkannt und weitergeleitet werden. Alte Erinnerungen helfen beim Erkennen der Gewürze. Ohne visuelle Kontrolle muss sich das Gehirn stärker an Geruch und Erfahrungen orientieren, was im Frontallappen mehr Aktivität bedeutet.
Hin und wieder leicht absurde Übungen einzubauen, kann sich als sehr nützlich erweisen, denn sie fördern zentrale kognitive Fähigkeiten wie Kreativität, divergentes Denken, Gedächtnisleistung und geistige Flexibilität.