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Wie wir echte "Hinhörer" generieren
Menschen lieben Geschichten. Geben wir sie ihnen! Geschichten zaubern sich allerdings nur wenige mal eben „aus dem Hut“, dafür bedarf es zusätzlich zu Recherche, Ausbildung und Übung auch Talent. Also: Wie ziehen wir unsere Zuhörer in unseren Bann? Wir halten es diesmal knapp und einfach und beschränken dieses Riesenthema auf zwei besonders relevante Schwerpunkte:
JEDE Erzählung folgt diesem Muster, selbst Fachartikel und Produktmeldungen sind so aufgebaut. Ob man ein Märchen oder eine Bauteilbeschreibung vor sich hat, kann man also im Grunde nur an der Sprache erkennen. Damit sind wir schon beim nächsten Punkt:
Autoren der Belletristik dürfen, nein, MÜSSEN sich völlig anders ausdrücken, angepasst an Anhänger von Romanen, Krimis oder Kindergeschichten. Hier dürfen wir Schreiberlinge genüsslich eintauchen in ein Meer aus bildgewaltigen Adjektiven, echten Macher-Verben, kraftvollen Substantiven und all den anderen Hilfen, die Nerven zum Zerreißen spannen oder Sehnsüchte wecken können, um Szenarien, Landschaften oder Zustände möglichst fühlbar zum Leben zu erwecken.
Sachbücher sind mehr ein Mittelding, es kommt aufs Thema an. Kräuterkundler oder Pilzkenner beschreiben äußerst genau, das gebietet schon die Rücksicht auf den Überlebenswillen von Köchen oder Hexen. Wer aber beispielsweise detaillebesessen ausführt, wie man einen menschlichen Körper seziert, der dürfte seine Leser in verschiedenen Fachbereichen der Medizin finden oder in geschlossenen psychiatrischen Abteilungen. So oder so sollte die Sprache eher informativ bleiben, wenig bildhaft und keinesfalls leidenschaftlich.
(Übrigens: Das Geniale an der Schreiberei ist ihre Flexibilität: Wenn der Autor verbal abbiegt und sich die Obduktion des Körpers manisch einfärbt, sich die Beschreibung von sachlich und emotional unberührt zu besessen und blutrünstig wandelt, kann er einfach das Genre wechseln, die Geschichte etwas ausbauen und „Krimi“ statt „Lehrbuch“ auf den Einband schreiben. Seine Leserschaft dürfte zahlenmäßig dazugewinnen. Woran er sich aber so oder so zu halten hat, sind passender Sprachegebrauch und Aufbau: Einleitung, Hauptteil, Schluss!).
Wir haben ja bereits angemerkt, dass wir ein Publikum mit einem großen Wort-Schatz wesentlich leichter fesseln, einfach weil wir damit spannender und abwechslungsreicher erzählen können. Aber! Ja, es gibt ein Aber, ein großes sogar: Man muss Werkzeug und Material auch anwenden können. Denn Kunst kommt von können, das gilt auch für die Erzähl-Kunst.
Und, könnt ihr das auch? Wenn nicht, meldet euch - wir können.