Reim dich, oder ich fress dich!
Unsere Patchwork-Poesie zum Thema miserable Dichtung ist eine Kombination unserer agenturinternen Kreativität, eine Komposition außergewöhnlicher Sprachgewandtheit und Ausdrucksdramaturgie. Poesie statt B2B – heute enthemmen wir unser Sprachtalent!
Der verzweifelte Reim
Ich wollt ein großes Werk vollbringen,
mit Reimen, die wie Glocken klingen.
Doch plötzlich – Mist! – mein Hirn war leer,
die Muse? Weg. Ich wollt nicht mehr.
Ich rang mit Worten, Satz für Satz,
mein Kater gähnt – was für ein Schatz!
Espresso im Büro
Kleine schwarze Bombe, explodiert in der Tasse,
Koffein-Invasion, wach wie‘n Wecker,
Im Büro, wo Träume sich in Dampf auflösen,
Schluck für Schluck, die Müdigkeit verflogen
Heureka!
Reimen muss sich´s, sonst ist´s kein Gedicht
Ob Sinn darinsteckt, das kümmert mich nicht
Ich sag, es ist Kunst, dann muss man´s bestaunen
Das Machwerk, das schlimme, berühmt wird es sein
Verrücktes Genie mit all seinen Launen
Kritzelt Nonsens, verstehn kann´s kein Schwein
Das Gute daran ist nicht das Darin
denn das Werk insgesamt ergibt keinen Sinn
Im Scheitern funkeln
Da steh ich nun, ich armer Tor – mit Stift,
die Worte tropfen träge in mein Hirn.
Der Reim verrutscht, der Rhythmus läuft nicht mit,
die Muse gähnt und streut mir Staub in d‘Stirn.
Ich wollte einst in Versen Welt durchdringen,
Gedanken bändigen mit edlem Klang,
doch meine Zeilen flattern wie bei Schwingen
von Tauben, die vergaßen ihren Drang.
Die Sprache klemmt, der Sinn versteckt sich scheu,
mein Satzbau knirscht gleich dem Auto beim Bremsvorgang.
Ein Dichterherz – so stolz und doch so neu –
scheitert am Punkt und einem feuchten „Dann“.
Und doch: Im Scheitern funkelt Poesie –
sie lebt vom Stolpern. Nicht von Symmetrie.