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Windkraft - eine Zukunftstechnologie? Von den Anfängen bis heute
Werfen wir einen Blick zurück auf die Anfänge der Windkraftnutzung. Vor 38 Jahren wurde der erste deutsche Windpark in Betrieb genommen – ein bedeutender Meilenstein für die Energiewende in Deutschland – aber genutzt wird Windenergie schon sehr viel länger.
Die Menschen sind bereits in der Antike darauf gekommen, die Kraft des Windes für ihre Zwecke einzusetzen und nahmen die ersten Windräder, die sich damals noch um eine vertikale Achse drehten, in Betrieb, um z. B. Korn zu mahlen. Im Mittelalter ging man dann zu Windmühlen über, die sich erstmals um eine horizontale Achse drehten und neben dem Mahlen und Wasserpumpen Arbeiten wie das Dreschen, Sägen oder Hämmern übernahmen. Die Windmühlen prägten damals ganze Landstriche in windreichen Regionen wie Norddeutschland oder den Niederlanden. Wer kennt sie nicht, die holländische Windmühle mit ihrem pittoresken Liebreiz!
Im 19. Jahrhundert erlebten die Windmühlen schließlich ihre Blütezeit. Durch die Industrialisierung stieg der Bedarf an mechanischer Energie drastisch an und obwohl Dampfmaschinen die Aufgaben der Windmühlen effizienter erledigen konnten, war deren Einsatz anfangs zu teuer. So gab es um 1850 in Europa etwa 200.000 Windmühlen. In Deutschland waren es in den 1880er Jahren rund 20.000 Windmühlen. Dann aber verdrängten Dampfkraft, Elektro- und Verbrennungsmotoren die Mühlen allmählich doch: 1914 gab es nur noch etwa 11.000 Mühlen, bis 1933 fiel ihre Zahl auf unter 5.000. Die Windmühlen hatten in ihrer Funktion als Lieferanten mechanischer Energie ausgedient.
Vorreiter wie James Blyth, Poul la Cour und Bill Heronemus, der „Vater der modernen Windkraft“, tüftelten und bastelten zum Ende des 19. Jahrhunderts allerdings an einer neuen Einsatzmöglichkeit der Windmühlen, nämlich zur Stromerzeugung. Der Physiker Albert Betz formulierte das Betz´sche Gesetz, das die Effizienz von Windkraftanlagen berechnete – noch heute ein entscheidender Parameter bei der Konstruktion dieser Anlagen. 1957 errichtete Ulrich W. Hütter dann die erste „frei fahrende Windturbine“: Die Anlage hatte einen Rotordurchmesser von 34 Metern und eine Nennleistung von 100 kW und gilt als Muster aller modernen Windkraftanlagen.
Am 24. August 1987 ging der „Windpark Westküste“ im Kaiser-Wilhelm-Koog an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste mit 30 Anlagen in Betrieb. Dieses Pilotprojekt ermöglichte den Vergleich verschiedener Windkraftanlagen und war eng verbunden mit der Versuchsanlage GROWIAN, die von 1983 bis 1987 lief. Bereits 1996 erfolgte ein erstes Repowering, bei dem ältere Anlagen erneuert wurden. Weitere Modernisierungen folgten 2002/2004 und 2009. Der erste deutsche Offshore-Windpark, alpha ventus, wurde 2010 in Betrieb genommen.
Es gab und gibt aber durchaus noch Verbesserungspotential. Die Windräder erzeugen u. a. Infraschall und Umweltschützer weisen immer wieder auf die negativen ökologischen Auswirkungen auf Vögel, Fledermäuse und andere Lebewesen hin. Dazu kommt, dass die Optik der riesigen modernen Windräder im Vergleich zu ihren beschaulichen und romantischen Vorgängern massiv an Reiz eingebüßt hat.
Ungeachtet dessen ist Wind eine saubere Energie. Er ist unerschöpflich und erzeugt Strom ohne die Nachteile fossiler Brennstoffe. Die Windräder werden stetig verbessert, so gibt es schon die ersten Windbäume, die deutlich effizienter, geräuschärmer und ansehnlicher sind. Energiespeichersysteme mit hochleistungsstarken Batterien können bereits Überschussenergie speichern und die Netzstabilität zu verbessern. Windkraft – eine Technologie mit Zukunft!