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So gelingt ehrliche PR-Arbeit
Maultaschen, im Schwäbischen auch als „Herrgottsb’scheißerle“ bekannte gefüllte Nudelteigtaschen, sind eine richtige Mogelpackung, zumindest, wenn man der Legende glaubt. Diese besagt, dass einst ein findiger Laienbruder mit Namen Jakob während der Fastenzeit an ein gutes Stück Fleisch gelangte. Was nun tun mit dem Leckerbissen, wo doch der Verzehr von Fleisch während des Fastens strengstens verboten war? Der schlaue Jakob hackte es kurzerhand in sehr feine Stücke, vermischte es mit Kräutern und Gemüse aus dem Klostergarten und füllte das Ganze dann in Teigtaschen. Fertig war die schmackhafte Mogelpackung.
Heute kommen Mogelpackungen meist in anderem Gewand als dem einer schwäbischen Suppeneinlage daher und beinhalten gern das Suffix „washing“. Wer sein Unternehmen als umweltfreundlich und verantwortungsbewusst verkaufen will, betreibt gerne Greenwashing. Besonders sozial engagiert zu sein ist ebenfalls in Mode, also bedienen sich Firmen des Socialwashings, selbst wenn die sozialen Ziele gar nicht im Kerngeschäft verfolgt werden. Und wer vorgibt, sich mehr für die Gesundheit seiner Angestellten oder Kunden zu engagieren als es tatsächlich der Fall ist, betreibt Healthwashing.
Auch der PR-Arbeit wird oft vorgeworfen, Mogelpackungen zu transportieren. Schließlich will man den Kunden ja in einem möglichst guten Licht präsentieren und seine Vorzüge herausstellen. Die große PR-Kunst ist es, sich an valide Fakten zu halten, wertneutral zu kommunizieren und dennoch ein positives Bild zu erschaffen. Wie kann das gelingen? Hier ein paar Tipps:
Faktenbasierte Berichterstattung: Daten, Statistiken und konkrete Beispiele untermauern die positiven Aspekte eines Unternehmens, ohne übertrieben zu wirken.
- Ehrliche Kommunikation: Konzentration auf die tatsächlichen Stärken und Erfolge des Kunden, ohne diese zu beschönigen. Authentizität schafft Vertrauen.
- Storytelling: Geschichten statt „nur“ spröder Fakten. Werte und Mission des Kunden werden herausgearbeitet. Dies macht die Botschaft ansprechender und nachvollziehbarer.
- Kunden- und Mitarbeiterstimmen: Testimonials von zufriedenen Kunden oder Mitarbeitern machen sich immer gut und bieten eine authentische Perspektive.
- Transparente Kommunikation: Ruhig auch herausfordernde Zeiten oder Rückschläge ansprechen, die der Kunde überwunden hat. Das zeugt von Authentizität und Weiterentwicklung.
- Langfristige Perspektive: Anstatt nur kurzfristige Erfolge zu betonen, auch langfristigen Ziele und Visionen des Kunden hervorheben, was eine nachhaltige positive Wahrnehmung fördert.
Bleiben wir uns also treu und bedienen wir uns nicht der Mogelpackung. Aufrichtigkeit, Klarheit und Authentizität sind die Schlagworte, die letzten Endes das „Salz in der PR-Suppe“ darstellen. Womit wir wieder bei den Maultaschen angelangt sind. Einen guten Appetit allen Fans der schwäbischen Spezialität!