Liebe Antonia, du erzählst uns heute kurz und knackig ein bisschen was über den Studiengang Kommunikationswissenschaft, den du zusammen mit drei Kolleginnen und Kollegen an der LMU betreust und den du natürlich auch studiert hast.
Warum gerade Kommunikationswissenschaft?
Ursprünglich habe ich Lehramt studiert und nebenbei in der PR Agentur Lorenzoni gearbeitet. Deren umfangreiches, hochinteressantes Tätigkeitsfeld in der B2B-PR im Bereich Elektronik, Embedded, Green Tech etc. hat mich schließlich zum Wechsel in die Kommunikationswissenschaft veranlasst.
Warum das? Was hat Kommunikationswissenschaft mit Technologie zu tun?
Die berufliche Vielfalt, für die einen dieser Studiengang qualifiziert ist enorm. Die Unterweisung in systematischer, empirisch fundierter Forschung ist relevant für alle Berufsfelder, denn: Kommunikation braucht man in jedem Beruf. Nicht alle Ingenieurinnen und Ingenieure oder Software-Entwickelnde etc. haben die Muse und / oder das Talent, über ihre Arbeit, Forschung oder die entsprechenden Produkte und Dienste zu schreiben. Dann kommen gut ausgebildete Journalistinnen und Journalisten oder Kommunikationswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler zum Zuge, die sich mit dem nötigen Know-how ausrüsten und die Errungenschaften aus Wissenschaft und Forschung einer breiten Masse zugänglich machen – wie eben die PR-Expertinnen der Agentur Lorenzoni.
Der Studiengang rüstet die Studierenden für ein besonders breites Berufsfeld, weil er Schwerpunkte beinhaltet, um die man heute nicht mehr herumkommt.
Kannst du uns einen Einblick in den Inhalt des Studiengangs und die beruflichen Möglichkeiten geben?
Das Studium der Kommunikationswissenschaft führt nicht automatisch zu einem bestimmten Beruf, wie beispielsweise das Lehramtsstudium. Auf der Basis von empirischen Forschungsmethoden werden Probleme, Zusammenhänge, Strukturen und Wirkungsmechanismen in den Massenmedien und der öffentlichen Kommunikation analysiert. Durch wissenschaftliche Reflexion werden Studierende also zu Expertinnen und Experten für öffentliche Kommunikationsprozesse. Die LMU ist deutschlandweit die Universität mit dem besten Resümee im Studiengang Kommunikationswissenschaft. An unserem Institut ist der Bachelor-Studiengang in fünf Schwerpunktfelder unterteilt:
- Journalismus
- Öffentlichkeitsarbeit
- Werbung
- Medien- und Marktforschung
- Digitale Medien
Kommunikationswissenschaft kombiniert mit einem anderen Studiengang ist eine besonders zukunftsorientierte Ausbildung.
Welche Kombinationen sind besonders sinnvoll?
Das kommt sicher auf die persönliche Neigung an. An der LMU lässt sich der Bachelorstudiengang Kommunikationswissenschaft mit den verschiedensten Nebenfachstudiengängen kombinieren, eine Liste findet sich auf unserer Homepage. Die beliebtesten Kombis sind derzeit Psychologie, Politologie und Wirtschaftswissenschaften. An immer mehr Universitäten werden inzwischen auch Kombination mit dem Studiengang Künstliche Intelligenz o. ä. angeboten.
Was kannst du uns über Regelstudienzeit, Studium im Ausland und Abschlüsse erzählen?
Die Regelstudienzeit zum Bachelor beträgt sechs Semester, zum Master dann nochmal vier. Aktuell bietet die LMU drei verschiedene Master-Studiengänge an:
Auch sehr interessant ist ein spezieller Master, der in Kooperation mit der Uni in Aarhus, Dänemark, angeboten wird. Dabei findet die Ausbildung im ersten Jahr dort, im zweiten dann an einer der Partneruniversitäten in Europa – z. B. an der LMU – statt, je nach gewünschter inhaltlicher Vertiefung. In München liegt diese in der Journalismusforschung. Das Ganze nennt sich: Master Journalism, Media & Globalisation. In Planung ist derzeit ein Fakultätsmaster.
NOCH EINE WICHTIG INFO:
Im Bachelor sind zwei Praktika, im Master ist eines verpflichtend. Es gibt z. B. zahlreiche Agenturen, die Praktikumsplätze mit allen möglichen Schwerpunkten anbieten.
Auf unserer Webseite gibt es extra eine
Jobbörse - hier können Arbeitgeber vakante Stellen für Praktikantinnen und Praktikanten, aber auch für fertig studierte Kommunikationswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler einstellen und ihren Nachwuchs quasi direkt von der Uni rekrutieren.
Vielen Dank Antonia! Zum Schluss noch eine Frage zum Thema Beruf und Familie: Du hast deinen Doktor neben Job und Baby gemacht. Ist das schon Alltag an den Unis?
Alltag ist das noch nicht, kommt aber immer häufiger vor. Bei meiner Doktorfeier waren echt einige Kinder mit auf der Bühne. Ein soziales Netzwerk hilft natürlich sehr. Andererseits hat die Uni einen Kindergarten, sodass Studierende ihre Zwerge mitnehmen können. Leider ist der Platz wie in den meisten Betreuungseinrichtungen noch begrenzt.
Wir nehmen unser Kind auch zu Konferenzen mit und haben – besonders in Dänemark und Australien – tolle Betreuung und vor allem Integration von Kindern in die Konferenzen erleben dürfen, was mir als Frau wirklich Hoffnung macht für eine berufliche Zukunft mit Kindern.