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Die Rückkehr der Verbi Retter
So fristeten die Menschen ein stummes, freudloses Dasein und allmählich hingen ihre Mundwinkel so tief hinab, dass sie sich beim Gehen darauf traten. Da mussten sie ihre Mundwinkel hochbinden. Weil sie sonst keine Freude im Leben hatten, erfanden sie allerlei Arten von Mundwinkel-Frisuren. Das sah oft so albern und komisch aus, dass hin und wieder jemand ein Lächeln, ja gar ein Lachen versuchte. Doch weil die Mundwinkel so tief hinabhingen, ging es nicht! Auch sprechen konnten sie nicht mehr, selbst wenn sie es gewollt hätten.
Eines Tages warf die weise alte Feenkönigin im Feenreich einen Blick durch das magische Fenster in die Menschenwelt und erschrak fürchterlich. Sie überlegte lange, was sie tun könnte und schließlich begab sie sich selbst zu den Menschen. Unauffällig mischte sie sich unter sie und dabei lächelte sie unentwegt jeden an, den sie traf und grüßte freundlich. Niemand reagierte. Mit der Zeit aber erwiderte der eine oder andere ihren Gruß mit einem zögerlichen Kopfnicken. Wieder einige Zeit später versuchten einige, zurück zu lächeln. Weil die Fee nicht aufgab, immer fröhlich lächelte und freundlich grüßte, fingen die Menschen an, sich zu freuen, wenn sie die Fee trafen. Sie versuchten immer öfter zu lächeln und eines Tages geschah etwas Seltsames: Viele der Mundwinkel-Frisuren hielten nicht mehr, denn die Mundwinkel waren plötzlich zu kurz! Aber die Menschen stellten fest, dass sie die kürzeren Mundwinkel wieder anheben konnten! Sie konnten wieder lächeln! Darüber waren sie so glücklich, dass sie laut weinten - und noch viel lauter lachten!
Sie lächelten vor lauter Glück jeden an, den sie trafen und es war ihnen ganz egal, ob er dieselben Werte, Meinung oder politischen Ansichten hatte! Weil sie nicht sprechen konnten, schüttelten sie einander glücklich die Hände und manche umarmten sich sogar. Dann fing die weise Fee an, einfache Kinderlieder zu singen und ein paar besonders mutige Menschen versuchten zaghaft, mitzusingen. Ihre Stimmen klangen krächzend und rau, wie alte Gießkannen. Darüber lachten alle herzlich und wurden fröhlicher und fröhlicher. Ihr Mut inspirierte andere und so sangen sie, manche einzeln, manche zusammen. So lernten sie allmählich das Sprechen wieder. Die Fee blieb bei ihnen und unterhielt sich jeden Tag mit vielen Menschen. Dabei war sie immer freundlich und respektvoll. Sie hörte ruhig und genau zu, denn die Menschen sprachen nach der langen Zeit des Schweigens sehr langsam und leise und hatten einen geringen Wortschatz. Die Menschen erkannten, wie wichtig das Zuhören war! Vielen Menschen erinnerten sich, wie böse und hart sie zueinander gewesen waren und was für hässliche Dinge sie sich an den Kopf geworfen hatten. Es tat ihnen jetzt sehr leid und sie hörten genauer zu und achteten besser auf ihre Worte. Einige aber dachten daran, was andere ihnen für schlimme Dinge gesagt hatten und da verschlossen sich ihre Herzen wieder und ihre Mundwinkel sanken herab. Mehr und mehr verfielen sie in alte Muster und fingen gar an, die gute, alte Fee zu beschimpfen.
Doch die Fee ließ sich nicht beirren. Sie blieb freundlich. Und so gaben die Menschen ihren Groll schließlich auf. Die Fee holte ihre Feenkolleginnen und gemeinsam unterrichteten sie die Menschen in der Kommunikation.