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Social Media-Vampirismus: Wieviel Energie kosten uns die Sozialen Medien?
Wir investieren viel Zeit und besonders viel Energie in die Sozialen Medien – privat, aber auch beruflich. Derzeit wird viel über ein Verbot von Social Media für Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren geredet. Wir beschäftigen uns heute mit einem verwandten Thema:
Social Media im Beruf
Privat könnten wir den Konsum auf Null setzen, beruflich ist das nicht mehr möglich. Da stellt sich die Frage, wie sich berufsindizierte Dauerbeschäftigung mit den verschiedenen Kanälen wirklich auf uns auswirkt: Sind wir jemals ganz im Urlaub? Oder schauen wir doch zwischendurch mal nach, wie der letzte Post performt? Ob wir auf irgendwas oder wen reagieren müssen? Oder um „am Puls“ zu bleiben? Als ich neulich am Flughafen war, hatten die meisten Menschen das Handy in der Hand und sahen nur während des Gehens mal kurz auf. Was machen diese Leute also? Sich die Langeweile vertreiben oder arbeiten oder beides? Und falls sie arbeiten: Wann haben sie Feierabend? Oder Wochenende? Gibt es das in der althergebrachten Form in den einschlägigen Internet-Berufen überhaupt noch?
Wir wollten das genauer wissen UND wir wollten wissen, ob und wie sich das zum Beispiel auf die Familien auswirkt. Bereits in den 80ern und den 90ern wurden arbeitsüberlastete Eltern in Büchern oder Filmen angeprangert. Hat sich das ins Handyzeitalter hinein verbessert? Wir haben uns umgehört und ehrlich gesagt, es ist übler, als wir dachten.
Hier sind ein paar Zahlen, die wir recherchiert haben:
- Ø „Die sozialen Medien schlafen nie!“ – das scheint für etwa 70 % der Digital-Profis Grund genug, ihre offiziellen Arbeitszeiten teils weit in die private Freizeit auszudehnen.
- Ø Um die 82 % der PR-, Marketing-, oder Social-Media-Manager fühlen sich u. a. deshalb gestresst.
- Ø Über 40 % dieser Berufsgruppe gibt an, dass ihr Job negative Auswirkungen auf ihre psychische Gesundheit hat.
- Ø Beinahe 70 % (70!!!) dieser Berufsgruppe fühlt sich mental erschöpft.
Das ist den Auswirkungen auf unsere Kinder und Jugendlichen verdammt ähnlich. Und höchste Zeit, uns zu überlegen, was wir tun! Wir leben unserem Nachwuchs den medialen Dauerkonsum tagtäglich vor – kann da ein Verbot bis 16 überhaupt etwas bringen?
Ich lese in der S-Bahn gern ein Buch, außer mir tun das vielleicht noch zwei andere. Der Rest schaut aufs Display. Wissen diese anderen am Ende der Fahrt dann mehr als ich? Oder sind sie wenigstens aktueller informiert? Auf der Karriereleiter weiter oben? Haben sie DIE eine Wahrheit / Trend / Skandal etc. entdeckt und instant weiterverbreitet? Schon vor Dienstantritt alle Mails beantwortet?
Und wenn 70 % mental erschöpft sind, wie wirkt sich das auf ihr soziales Umfeld aus? Wieviel Energie bleibt denn für ihre Kinder? Partner? Für sich selbst? Wie händeln sie diesen Dauerstress? Oder doch eher: Wie lange?
Der Dracula-Tag bietet sich besonders an, darüber nachzudenken, wie wir diesen Energieverlust eindämmen können - bevor auch die restlichen 30 % einem Burnout entgegentaumeln.