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An Tagen wie diesen einen kühlen Kopf bewahren!
Wer hat sie nicht schon einmal gezogen, die sprichwörtliche Arschkarte. Kurz gesagt bedeutet das, Pech zu haben, ein Missgeschick zu durchleben oder sich in einer ungünstigen Position wiederzufinden.
Zum Ursprung der Redewendung gibt es mehrere Vermutungen. Die am häufigsten genannte besagt, dass der Ausdruck von der 1970 eingeführten roten Karte im Fußball stammt. Um Verwechslungen zu verhindern, tragen Fußballschiedsrichter die gelbe Karte meist in der Brusttasche, während sie die rote Karte in der Gesäßtasche aufbewahren. Die andere Erklärung sieht den Ursprung im Kartenspiel und käme damit der älteren Redewendung „den Schwarzen Peter ziehen“ gleich.
Nun impliziert der Begriff „Arschkarte“ ja eine humorvolle Herangehensweise an eine (unglückliche) Situation. Es geht also darum, die Frustration und den Ärger über ein negatives Ereignis mit einem gewissen Augenzwinkern zu verarbeiten. Was aber, wenn es zu einer wirklich kritischen Situation kommt, die man nicht mehr mit einem kleinen Schulterzucken abtun kann?
Man stelle sich folgendes Szenario vor: Einen Tag vor dem Launch einer großen Werbekampagne stellt die Marketingabteilung fest, dass ein Mitbewerber eine fast identische Kampagne gestartet hat. Da ist er nun, der „Tag der Arschkarte“. Jetzt ist guter Rat teuer, denn im Endeffekt habe ich als PR-Profi drei Optionen:
- Ich ziehe meine Kampagne durch, muss mich dann aber eventuell mit Plagiatsvorwürfen und einem riesigen Shitstorm auseinandersetzen.
- Ich schmeiße alles über den Haufen und fange von vorne an. Das wird allerdings mit einer zeitlichen Verschiebung der Kampagne und jeder Menge Zusatzausgaben einhergehen.
- Ich habe die Erleuchtung und finde noch den Dreh, wie ich meiner Kampagne das absolute Alleinstellungsmerkmal geben kann.
Auf alle Fälle gilt: Erst einmal tief durchatmen und die Lage in Ruhe analysieren. Wie ähnlich sind sich die Kampagnen wirklich? Gibt es vielleicht doch signifikante Unterschiede?
Und auch wenn es schwerfällt - es kann helfen, solche Tage mit Humor zu nehmen. Ein „Tag der Arschkarte“ ist auch ein Test für die Fähigkeiten einer guten PR-Abteilung. Wer schnell und effektiv auf Herausforderungen reagiert, kann sich neu positionieren und gestärkt aus der Krise hervorgehen. Denn gute PR-Arbeit kann weit mehr als nur Schadensbegrenzung betreiben.