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Wie unsere Kolleginnen Familien- und Arbeitsleben meistern
Wir fragen Kolleginnen aus unserer Agentur wie sie Job und Familie organisieren. Was sind Höhepunkte, was Tiefschläge, wie sehr belastet das alles die Beziehung und welche Me-Time-Strategien lassen sich in den Alltag integrieren?
Heute im Studio:
Melanie, 40, zwei Söhne im Grundschulalter
Bianca, 42, alleinerziehende Mutter einer Teenager-Tochter
1. Melanie, du arbeitest fast Vollzeit als Senior-PR-Beraterin in unserer B2B PR-Agentur, dein Mann ist u.a. Lehrer für Biologie und Chemie an der FOS BOS Erding und eure Söhne gehen beide in die Grundschule. Wie läuft ein typischer Wochentag in eurer Familie ab?
Melanie: Mit akribischer Planung und Disziplin: Mein Mann und ich stehen um 5 Uhr auf, damit wir in Ruhe wachwerden können, den Tag kurz durchsprechen und uns um unseren Hund Dexter kümmern können. Danach wecken wir die Jungs mit genügend Vorlauf, damit die beiden auch in Ruhe frühstücken, sich fertigmachen und im Optimalfall noch eine kleine Runde spielen können. Unsere Jungs sind einen gleichbleibenden Ablauf gewöhnt, den wir mit Checklisten kindgerecht visualisiert haben. Es hilft auch ein Timer von „Ziggy“ (so nennen sie „Alexa“) als Erinnerung, wann wir losmüssen. Das spart Hetzerei, Stress und unnötige Diskussionen am Morgen.
Wir wechseln uns zudem mit Bring- und Holfahrten ab, je nachdem was der Stundenplan von meinem Mann bzw. mein Terminkalender sprechen.
Wenn die Kinder aus der Schule zurück sind, ist meistens einer von auch zuhause. Manchmal müssen sie eine kurze Zeit allein überbrücken, aber zum Glück wartet ja unser Wachhund auf sie????. Auch für diese Zeiten haben wir uns gemeinsam Listen überlegt. Zum Beispiel sind sie dann für das Hunde-Mittagessen zuständig, holen sich ihr Essen aus der Küche, dürfen dann noch Podcast oder Hörspiel hören, rufen vor allem einen von uns Eltern kurz an, damit wir wissen, dass sie daheim sind. Und manchmal fangen sie schon mit Hausi an. Danach geht es entweder zum Reiten, Fußball, Tennis oder sie haben Musikunterricht, oder es kommen Freunde zum Spielen. In der Zeit kümmern wir Erwachsenen uns um Haushalt/Garten, Ehrenämter oder was sonst so ansteht. Wir versuchen aber auch, einfach mal gemeinsam in Ruhe einen Kaffee zu trinken. Meistens wird es dann schon Zeit für das Abendessen – wenn wir besonders große Streber sind, bereiten wir die Pausenboxen auch schon am Vorabend vor.
Gegen 19.30 Uhr ist dann Schlafenszeit für die Jungs: Ein Elternteil hilft beim bettfertig machen, der andere sorgt in Küche etc. für Ordnung. Uns ist wichtig, dass wir jeden Abend mit den Kindern (vor)lesen, kuscheln und den Tag Revue passieren lassen, damit alle mit einem guten Gefühl schlafen können. Das ist unsere Lieblingszeit, selbst wenn wir arg müde sind.
1. Bianca, du hast bis vor Kurzem neben deinem ehemaligen Beruf Kommunikationswissenschaft studiert und bist jetzt als PR-Beraterin ebenfalls in der Agentur Lorenzoni. Als alleinerziehende Mutter ist deine „Partnerin“ deine Tochter. Wie spielt sich euer Alltag ab?
Bianca: Ich wecke meine Tochter zwischen 6:00 und 6:30 Uhr und wir machen uns fertig für die Schule/Arbeit. Nach dem Frühstück fahren wir zur Schule und in die Agentur. Nach Schulschluss fährt sie heim und ist manchmal kurz allein, bis ich von der Arbeit komme. In dieser Zeit macht sie sich schon mal was zu essen oder wartet noch ab, bis ich zu Hause bin, und wir essen gemeinsam. Je nach Hunger????. Am Nachmittag erledigt sie ihre Hausaufgaben und lernt ggf. für Prüfungen, dabei helfe ich ihr natürlich bei Bedarf oder kümmere mich in der Zwischenzeit um Haushalt oder Erledigungen. Anschließend schauen wir gerne zusammen Serien, spielen Gesellschaftsspiele oder gehen gemeinsam Fahrradfahren. Regelmäßig unternimmt meine Tochter aber natürlich auch gerne noch etwas mit ihren Freunden – unter der Woche muss sie allerdings spätestens um 20:00 Uhr zu Hause sein, dann gibt es Abendessen.
2. Was tut ihr, wenn plötzlich die Kinderbetreuung ausfällt?
Melanie: Tief durchatmen…Ich bin in der glücklichen Lage, jederzeit von Zuhause aus arbeiten zu können oder meine Arbeitszeit so zu schieben, dass wir uns mit der Versorgung abwechseln können. Das ist nicht überall so selbstverständlich wie in unserer Agentur und dafür sind wir unserer Chefin Beate Lorenzoni auch wirklich dankbar! Und wenn doch alle Stricke reißen, springt meine Mama oder die Nachbars-Oma ein.
Bianca: Das betrifft uns jetzt nicht mehr, da meine Tochter inzwischen alt genug und sehr eigenständig ist. Als sie noch kleiner, oder zu Corona-Zeiten im Home Schooling war, war das bei mir aber nicht weiter problematisch, da ich zum Glück wie Melanie jederzeit im Home Office bzw. zeitlich relativ flexibel arbeiten konnte. Von daher hatte auch ich es im Vergleich zu anderen Eltern leichter.
3. Was sollte sich noch verbessern, damit Eltern ihre Kinder und ihre Jobs gut managen können?
Melanie: Generell braucht es mehr Flexibilität – und das von allen Seiten. Es bringt einfach nichts, als Arbeitnehmende nur zu fordern, ohne Zugeständnisse zu machen. Die Kinderbetreuung ist nun mal leider - gelinde gesagt - eine Herausforderung: Buchungszeiten müssen so strikt eingehalten werden, dass kaum Spielraum bleibt – dazu werden die Preise immer höher bei gleichzeitig sinkender Qualität. Ein besonderes Handicap ist das mangelnde Verständnis auf den Ebenen, die es in der Hand haben. Während meiner Zeit als Elternbeirätin im Kindergarten habe ich diverse Gespräche mit Kommunalpolitikern geführt und dabei Sätze entgegen geschleudert bekommen, wie:
„Mei, so ist es halt – muss man sich eben vorher überlegen, ob man Kinder bekommt.“
"Wir können es uns nicht leisten noch mehr in die Kinderbetreuung zu investieren, sonst sind die Senioren beleidigt.“, besonders schön war:
„Ihr solltet dankbar sein, dass wir überhaupt eine Kinderbetreuung haben – wir können die auch schließen.“
Da fällt man wirklich vom Glauben ab. Leider ist das kein Einzelfall und hat deshalb erhebliche Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft und vor allem auf das Leben und (Selbst-)Verständnis von Frauen.
Bianca:
- Mehr Kinderbetreuungsangebote und -plätze schaffen
- Evtl. bei großen Firmen auch mehr Firmen-Kitas
- Mehr Home Office und flexiblere Arbeitszeiten für Eltern
- Evtl. mehr Kindergeld, längere Zeit Elterngeld o.Ä., um Eltern die eigene Betreuung ihrer Kinder besser zu ermöglichen (vor allem, wenn sie noch sehr klein sind), gerade in teuren Ballungsgebieten wie München
4. Was ist für euch die jeweils größte Belastung / Herausforderung im alltäglichen Leben?
Melanie:
1. Das schlechte Gewissen gegenüber allen, die Sorge, niemandem 100 % gerecht zu werden und das Gefühl, es auch nie richtig machen zu können. Gehe ich als Frau in die Arbeit wird geurteilt, gehe ich nicht, ebenso. Arbeite ich 10 Stunden gibt es komische Blicke, genauso bei 40 Stunden.
2. Zeit für den Partner
3. Zeit für sich selbst
4. Dass der Tag nur 24 Stunden hat ????
Bianca: Ich arbeite als Alleinerziehende zwar „nur“ 32 Stunden pro Woche, aber manchmal ist es zeitlich doch alles ein wenig eng, zumal meine Mutter leider seit bald 2 Jahren ein Pflegefall ist. Das erfordert zusätzlich einiges an Zeit für Besuche und Erledigungen. So ist der Spagat zwischen Beruf und Familie zeitlich nicht immer einfach. Denn natürlich brauchen auch Teenage ausreichend Zeit mit und Aufmerksamkeit von ihren Eltern, auch wenn sie noch so eigenständig sind.
5. Ihr seid berufstätige Mütter. Seid ihr grundsätzlich glücklich? Falls ja, was trägt am meisten dazu bei?
Melanie: Ja – aus diversen Gründen: Meinem Mann und mir ist es wichtig, dass unsere Kinder sehen, dass Mama und Papa in jedem Bereich gleichwertig sind – beim Putzen, Kochen, Trösten, Kuscheln, Lernen, und eben auch beim Geld verdienen. Entscheidungen treffen wir, wenn es möglich ist, bzw. wenn es besonders wichtige Entscheidungen sind, gemeinsam.
Als Frau und Mutter möchte ich unabhängig und finanziell in der Lage sein, für mich und meine Familie zu sorgen, notfalls auch allein. Und das alles kann ich mit meiner Stelle bei der Agentur Lorenzoni – hier ist es „einfacher“ Mama, Frau und Beraterin zu sein. Ich könnte mir wirklich kein besseres Arbeitsumfeld wünschen.
Bianca: Ja, ich bin sehr zufrieden. Dabei könnte ich mir nicht vorstellen, nicht berufstätig zu sein. Meine Aufgabe als Mutter ist für mich zwar die wichtigste und erfüllendste in meinem Leben, aber ich definiere mich nicht ausschließlich über meine Mutterrolle, sondern habe auch Freude am Beruf. Am glücklichsten macht es mich aber grundsätzlich, dass meine Tochter gesund ist, ich sie beim Heranwachsen begleiten kann und wir eine so enge Mutter-Tochter-Beziehung haben.